Zeitreise
Der feistererhof zählt zu den traditionellsten Höfen der Ramsau. Sein Name, der aus den Flurnamen „Feisterkar“, „Feisterscharte“ und „Deisterbach“ kommt, ist slawischen Ursprungs und bedeutet: klar, schnell.
Er liegt am Fuße eines alten Saumpfades, der aus dem Oberen Ennstal in das Salzkammergut führt und demnach dem Salztransport diente.
Die erste schriftliche Erwähnung des Hofes stammt aus dem Jahre 1448, als der Pfarrer von Haus im Ennstal, Kasper Eubensteiner, eine Beschau hinsichtlich der Zugehörigkeit gefordert hat. Kasper Eubensteiner ordnete wegen eines Streites zwischen Hans Gogel – in dessen Hand die drei Güter Gogel, Feister und Simonbau vereint waren – und den Brüdern Heinrich und Kunz, am Moos eine Grenzbeschau an. Grund dafür war: Hans Gogel gehörten auch die Nutzungsrechte oberhalb des Feister und des Lärchboden. Dieses Nutzungsrecht wurde ihm streitig gemacht. Die Entscheidung fiel zu Gunsten Hans Gogels aus und wurde durch die Einvernahme von sieben genannten Zeugen, deren Erinnerung 50 bis 60 Jahre zurückreichte, bestätigt.
Von dieser Grenzbeschau und der Entscheidung vom 15. Juni 1448 (St. Veitstag) ist ein Originalprotokoll erhalten geblieben.
Nach dem Tod von Mathias Simonlehner 1885 erfolgte die Verlassverantwortung für die beiden minderjährigen Brüder Rupert und Matthias Simonlehner. Am 5. Februar 1900 übernahm Rupert die Hälfte des Matthias, 1912 folgte Matthias Simonlehner, 1957 Robert Simonlehner sen. und 1994 Robert Simonlehner jun.
Auf dem Wappen der Familie Simonlehner ist ein Salzmann zu sehen, der das Salz von Hallstadt nach Italien transportiert. Damals deponierte man das Salz beim feistererhof.


